Dachbegrünung Chance oder Risiko?     Seite 7 von 8
1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  Startseite


Die Pflanzen einer extensiver Dachbegrünung
Extensive Dachbegrünungen sind Vegetationsformen, die sich weitgehend selbst erhalten sollen. Von außen sollte nicht allzu viel getan werden müssen, um die Begrünung nachhaltig sicher zu stellen. Trockenresistente und regenerationsfähige Pflanzen können unter diesen extremen Standortbedingungen auf Dauer existieren. Extensivbegrünungen sind deshalb bei der Pflanzenauswahl, abhängig von ihrer Wasserspeicherkapazität, stark eingeschränkt. Aufgrund der geringen Ansprüche dieser Pflanzenarten, können hier auch maschinelle Begrünungsverfahren zum Einsatz kommen.

Auf extensiven Dachbegrünungen gedeihen nachstehende Pflanzenarten besonders gut:

Sukkulenten,
wie Sedum (Mauerpfeffer) oder Sempervivum (Dachwurz).

Trockenresistente Stauden und Kräuter
wie Fingerkraut, Felsennelke, wilder Majoran, Habichtskraut, Blutstorchschnabel, Braunelle, Karthäusernelke, Schnittlauch, Thymian, Königskerze und viele andere mehr.

Trockenresistente Gräser,
wie Schafschwingel und andere.

Inzwischen gibt es Staudengärtnereien, die Pflanzen speziell zur Dachbegrünung anziehen. Die Pflanzenauswahl und die Anzuchtmethoden tragen dabei den besonderen Bedingungen des "extremen Standortes Dach" Rechnung. Die Fachverbände halten Informationsmaterial zu diesem Thema bereit.

Begrünungsmethoden
Durchaus unterschiedliche Methoden werden bei der extensiven Dachbegrünung zur Etablierung der Pflanzen angewendet. Natürlich kann man in die Vegetationstragschicht Pflanzen direkt aus der Baumschule oder vom Staudengärtner (am besten Flachballenpflanzen) einsetzen. Diese Methode ist aber bei großen Flächen zeitaufwendig und teuer. Deshalb hat sich bei der Begrünung größerer Dachflächen die maschinelle Begrünungsmethode im Anspritzverfahren durchgesetzt. Dabei werden Sprossen und Samen mit einer Reihe von Zuschlagstoffen auf die Substratschicht gespritzt. Auf kleinen Flächen kann auch eine Handansaat gut geeignet sein.
Einschlägige Fachbetriebe bieten auch vorkultivierte Begrünungsmatten an, die einen sofortigen Begrünungserfolg sicherstellen.

Die Pflege einer Dachbegrünung
Extensive Dachbegrünungen sollen sich, wie oben bemerkt, weitgehend selbst erhalten. Das heißt aber in keinem Fall, dass sie pflegefrei sind. Die Begriffe pflegeleicht oder pflegearm, treffen den Kern der Sache schon eher. Ein bis zweimal jährlich sollte die Begrünung von einem sachkundigen Fachmann oder Gartenliebhaber kontrolliert und bei Bedarf gepflegt werden.

Nachpflanzen oder -säen und im Bedarfsfall düngen, sind dabei die wichtigsten zu erledigenden Arbeiten. Mähen braucht man bei richtiger Pflanzenauswahl nicht. Wässern sollte die absolute Ausnahme in extremen Trockenperioden bleiben.